Laufen an lockerer Leine mit einem entspannten Hund?
Mit deinem unmöglich?
Vielleicht ja doch nicht 🙂

Es gibt viele verschiedene Gründe warum ein Hund an der Leine zieht und daher möchte ich euch heute auch verschiedene Möglichkeiten zeigen, wie ihr eurem Hund verständlich machen könnt was ihr von ihm wollt.

Nicht jede Methode ist gleich gut für jeden Hund geeignet. Je nach Temperament und Situation kann eine Methode deutlich erfolgreicher sein als eine andere.
Wenn dein Hund ohne Leine noch nicht sicher abrufbar ist, solltest du mit verschiedenen Leinen arbeiten.
Wenn du möchtest, dass dein Hund nah bei dir läuft und sich auf dich konzentriert, solltest du eine kurze Führleine benutzen, die dem Hund nur den Spielraum gibt, der für dich in Ordnung ist. Der Vorteil von der Benutzung verschiederner Leinen liegt darin, dass man einen Unterschied zwischen dem “Bei Fuß” laufen und dem Freilauf schaffen kann. Möchtest du deinem Hund an gewissen Stellen frei lassen, traust dich aber noch nicht, dann kannst du eine längere Leine anbringen und dem Hund bewusst erlauben sich jetzt freier zu bewegen.

Methode #1
Aufmerksamkeit durch Futter
Sobald dein Hund etwas für ihn neues lernen soll, ist Futter eine sehr gute Möglichkeit schnell die Aufmerksamkeit des Hundes zu bekommen. Das Schwierige beim Leinenführtraining mit Futter ist, dass der Hund zwar schnell aufmerksam wird, sich aber gerne mehr auf das Futter konzentriert als auf dich. Bei manchen Hunden kann die freudige Erwartungshaltung auf ein Leckerlie auch unruhe schaffen wie man hier im Video an Jacky sehr gut sieht. Entgegensteuern kannst du indem du auf den richtigen Moment der Belohnung wartest. Dein Hund versucht nun herauszufinden was er tun muss um an das Leckerlie zum kommen und wird verschiedene Verhaltensweisen ausprobieren wie z.B.: anspringen, aufgeregtes hin- und herlaufen, bellen oder der Versuch die geschlossene Hand mit der Schnauze aufzubohren. Alle diese Versuche solltest du ignorieren (bzw. ihn auch korrigieren wenn er an dir hochspringt). Bringe deinen Hund an deine Seite kurz hinter dir, das ist der PLatz an dem er bei dir laufen soll. Erst, wenn du von deinem Hund Blickkontackt bekommst, gehst du weiter und erst wenn der Hund sich auch beim laufen noch auf dich konzentriert bekommt er das Leckerlie.
Im nächsten Schritt kannst du das Leckerlie mit ausgestrecktem Arm in geschlossener Hand nach unten halten. Einige Hunde werden jetzt wieder versuchen die Hand zu öffnen. Halte sie geschlossen und warte auf  den ersten Blickkontakt deines Hundes erst dann gibt es das Leckerlie. Klappt der Blick zuverlässig, kannst du beginnen etwas länger den Blick zu halten bevor es das Leckerlie gibt.

Methode#2
Stehen bleiben und warten
Das Stehen bleiben und warten ist eine sehr bliebte Methode, bei verschiedenen Hundetrainern. Sobald der Hund zieht, soll man stehen bleiben und warten bis sich die Leine wieder entspannt. Bestenfalls kann man einen aufgeregten Hund, so wieder etwas beruhigen. Leider sind die wenigsten Besitzer nach ein paar Wiederholungen noch ruhig und gelassen, da das ständige stehen bleiben und warten uns viel Zeit kostet. Oft ignoriert wird bei dieser Methode auch, dass der Hund überholt und wenn er dann vorne ist und zieht wundert man sich dass er nicht mehr auf einen achtet.

Methode#3
schneller Richtungswechsel
Öfter mal die Richtung zu wechseln oder einfach mal etwas unerwartetes zu tun, kann bei vielen Hunden wahre Wunder wirken.
Bitte ganz wichtig: Bei dieser Methode ist Kommunikation angesagt. Es hilft deinem Hund nicht, wenn du einfach die Richtung wechselst und ihn hinter dir her ziehst. Sobald du aber anfängst mit ihm zu kommunizieren und öfter mal die Richtung wechselst, gewöhnt dein Hund sich daran unterwegs auf dich zu achten und wird deutlich aufmerksamer dir gegenüber werden. Oft sieht man auch dass Hunde, die viel mit dieser Methode geübt haben auch im Freigang aufmerksamer sind und ihren Menschen besser im Blick behalten.

Methode#4
Ausbremsen / Blockieren
Das Ausbremsen oder Blockieren, ist einer sehr effektive Methode. Ich mag diese Methode persönlich am liebsten, weil es genau der Art und Weise entspricht, wie Hunde auch untereinander Kommunizieren. Der Hund sollte dabei an kurzer Lockerer Leine laufen. Wie kann man ausbremsen?
Sobald der Hund dich überholen möchte, stellst du dich vor ihn und schaust ihn direkt an. Auf diese Weise regelt das auch ein dominanter Leithund. Nach ein paar Wiederholungen, reicht es wenn du ihn am überholen hinderst indem du ihn mit deinem Bein oder einem anderen Gegenstand den Weg versperrst. (Pass bitte auf das du deinem Hund nicht ins Gesicht trittst oder haust. Wirklich nur blockieren und den Weg versperren. Als Hilfsmittel eignet sich auch deine Umgebung, wenn ihr Beispielsweise an einer Wand vorbei lauft, kannst du die Wand beim blockieren mit zur Hilfe nehmen. Wichtig dabei ist, ruhig und gelassen zu bleiben. Lässt du dich von der Unruhe deines Hundes anstecken, wird er dich nicht mehr ernst nehmen. Überholt dein Hund dich, kannst du ihn korrigieren indem du ihn in die Seite stupst und ihn auf seinen Platz zurück verweist.

Methode#5
Das Abbruchsignal /Tscht
Diese Methode ist besonders effektiv, wenn du das Signal mit dem Ausbremsen/ Blockieren verknüpftst. Du kannst ihn, sollte er doch an dir vorbeikommen, einen Stubs in die Seite geben zum korriegieren. Auch diese Korrektur kannst du mit dem “Tscht” oder einem anderen Abbruchsignal deiner Wahl kommentieren. Das Signal sollte kurz und markant sein sodass es in möglichst vielen Situationen zum Hund durchdringt. Mögliche andere Laute wären z.B.: “EY!” oder ein ernstes “A!”. Es ist schwer zu schreiben im Video kann man es besser hören. Wichtig ist das es dir leicht über die Lippen kommt und du es reflexartig ausrufen kannst. Hat dein Hund die Verbindung des Signals mit der Korrektur gelernt, kannst du in Situationen, in denen er wenig Intension zeigt versuchen nur das Abbruchsignal zu verwenden.
Wichtig finde ich auch, das du danach nicht zu überschwänglich lobst, am besten gar nicht. Freue dich wenn dein Hund deine Regel akzeptiert, deine gute Stimmung wird sich auf ihn übertragen. Du kannst ihn auch einfach nur anlächeln wenn er es richtig macht. Auch das versteht der Hund.

Jeder Hund ist anders und darum funtioniert auch nicht jede Methode bei jedem Hund gleich gut. Manchmal kann es auch helfen verschiedene Methoden zu kombinieren oder die Methode der Situation entsprechend anzupassen. Wenn sich beispielsweise zwei Hunde aggressiv gegenüberstehen hat Methode eins mit Leckerlies zu arbeiten keinen Trainingserfolg.

Welche Methode hat euch am besten geholfen?
Oder seid ihr immer noch dabei mit eurem Hund Tauziehen zu spielen?
Schreibt es in die Kommentare.