Wie Du Jeden Hund Perfekt Abrufst

Dieser Kurs ist der Grundbaustein, um seinen Hund zuverlässig abzurufen und ihm somit mehr Freiheiten sprich Freigang gewähren zu können.

 

 

Der geheime Schlüssel

 

 

Die goldene Regel

Jedes Mal, wenn dein Hund sich enschließt deinen Rückruf zu befolgen, hat es eine entscheidende Konsequenz für ihn.

 

  • Rufe deinen Hund niemals, um etwas zu tun das er nicht mag.
    Für manche Hunde kann dies bedeuten, dass sie jetzt angeleint werden und aufhören müssen zu spielen, dass sie jetzt die Krallen geschnitten oder das Fell gebürstet bekommen oder das sie etwas anderes tun müssen, auf das sie keine Lust haben.

Jeder Hund ist anders!

Niemand kennt deinen Hund so gut wie du.

  1. Darum mache dir eine Liste mit allen Dingen, die dein Hund gern tut.
    Dies kann Futter sein, ein bestimmtes Spielzeug, die Erlaubnis sich frei zu bewegen oder einen anderen Hund zu begrüßen.
  2. Mache auch eine Liste von den Dingen, die er nicht gern mag, wie z.B.:
    Nägel schneiden, bürsten, Auto fahren, aus dem Park/nach Hause gehen bzw. wieder angeleint werden.
  • Rufe deinen Hund nur mit “Komm” bevor ihr etwas positives macht.
    Hier einige Beispiele die den meisten Hunden gefallen:
    “Komm” = Wir gehen Gassi
    “Komm” = Lass uns spielen
    “Komm” = Es gibt Essen

 

 

 

Was brauche ich fürs Training?

  • Schleppleine ( 10 m oder mehrere kurze aneinandergebunden)
  • bei schweren Hunden oder solchen die stark in die Leine springen empfehlen sich anfangs, manchmal Handschuhe
  • Klicker oder Makerwort wie z.B.: “YES” oder “Fein”
  • hochwertige Lekerlies die der Hund wirklich gern mag
  • ein gutes Gefühl fürs Timing

 

“Komm” im Freigang üben

Beginne mit einer langen Schleppleine.
Warum?
Wenn du das Kommando im Freigang übst, wird dein Hund irgendwann ausprobieren, ob er eine Wahl hat.
Wenn dein Hund dich ignoriert oder etwas anderes gerade seine Aufmerksamkeit auf sich zieht, kannst du sanft an der Leine ziehen und den Hund dazu bewegen auf dich zu zulaufen.
Wenn dein Hund die Erfahrung macht das er sich entscheiden kann, lernt er das “Komm” eigentlich gar nichts bedeutet.

a) Rufe deinen Hund nur, wenn du sicher bist, dass er in dieser Situation reagieren wird.
Wenn du im Vorfeld schon weißt, dass dein Hund wahrscheinlich nicht reagieren wird, machst du dir das Kommando nur unnötig Kaputt. (Jede Ablenkung und jeder Schwierigkeitsgrad, muss vorher geübt werden.)

b) Rufe nur, wenn du das Verhalten deines Hundes beeinflussen kannst.
Prüfe vor dem Kommando, ob du deinen Hund notfalls an der Leine stoppen kannst, z.B.: durch draufstellen

Beginne auf kurzer Distanz ohne viel Ablenkung. Wenn du zu Hause viele positive Verknüpfungen geschaffen hast, dürfte dies kein Problem sein.
Beobachte deinen Hund genau. Welche Art von Belohnung motiviert ihn am meisten?

Auf das richtige Timing achten. Sobald sich dein Hund auf dich zu bewegt, wird geklickt und mit freudiger Stimme gelobt.

Immer erst für das Kommen belohnen. Dann kannst du (ab und zu) weitere Kommandos folgen lassen.

Es muss sich immer lohnen zu dir zu kommen.

 

Mein Hund ignoriert mich


Wenn du die Übungen wie beschrieben versucht hast und dennoch keine Fortschritte machst, könnte es folgende Gründe haben:

 

  1. Das Futter das du benutzt, ist nicht interesannt genug.
    Hier könntest du andere Leckerchen ausprobieren (meist reagieren Hunde auf stark riechende besser). Auch hilft es, mit einem hungrigen Hund zu üben und ihn erst nach dem Spaziergang und dem Training zu Füttern.
  2. Etwas in deiner Umgebung ist interesannter als du. In diesem Fall kannst du sanft an der Leine ziehen und den Hund etwas heranangeln. Sobald er darauf reagiert, wird geklickt und gelobt und wenn er angekommen ist belohnt.
    ( Niemals solltest du stark an der Leine ziehen oder den Hund mit ärgerlicher Stimme Maßregeln, wenn er nicht reagiert. Dies empfiendet er als Bestrafung und wird dadurch nicht gerade ermutigt in deine Nähe zu kommen. Du willst ihm mit dem sanften ziehen an der Schleppleine lediglich mitteilen was er tun soll)
    Ist dein Hund auf etwas anderes fixiert, kann es helfen den Hund vorher beim Namenzu rufen. So fühlt er sich angesprochen und du kannst das entsprechende Kommando dann folgen lassen.
  3. Dein Timing ist falsch. Das richtige Timing ist ein wichtiger Faktor beim lernen neuer Kommandos. Denn nur so lernt der Hund, welches Verhalten den positiven Effekt (die Belohnung) hervorruft. Stimmt dein Timing nicht, verwirrst du deinen Hund schnell und er hat größere Schwierigkeiten zu begreifen, was du von ihm willst. (Beispiele für richtiges Timing im Video)
  4. Du sprichst zu viel mit deinem Hund oder wiederholst das Kommando mehrmals.
    Wenn du deinen Hund ständig ansprichst, wirst du schnell zum Hintergrundgeräusch und für deinen Hund uninteresannt. Richte dich nur an deinen Hund wenn du was von ihm willst und Benutze immer die selben Kommmandos. Wiederhole das Kommando nicht ständig, sondern bestehe auf die Durchführung durch sanfte Hinweise (z.B.: leichter zug an der Schleppleine)
  5. Trainiere in kleinen Schritten. Kurze Intervalle regelmäßig wiederholen.
  6. Steigere die Herausforderungen langsam um dem Hund möglichst viele positive Trainingerfolge zu gönnen.
    Lasse ihn zwischendurch auch Hund sein und seinen Neigungen nachgehen. (rennen, toben, schnüffeln, schwimmen )
  7. Rufe deinen Hund nur, wenn du das Gefühl hast das er darauf reagieren wird. Wenn du vorher schon weißt das er aus dieser Situation (noch) nicht reagieren wird, musst du diese Situationen vorher noch besser üben.
  8. Rufe nur, wenn du das Verhalten deines Tieres beeinflussen kannst. (Ihn beispielsweise an der Leine festhalten und her angeln kannst)
  9. Bleibe ruhig und souverän. Bei manchen Hunden braucht man etwas mehr gedulg, bei anderen geht es schneller. Solange du deinen Hund mit freundlicher und heller Stimme rufst und die Aussicht für den Hund immer positiv ist wenn er zu dir kommt, wird er gerne kommen und du kannst zum nächsten Schritt übergehen.

 

und nach dem Kommando?

 

Nach dem Kommando sollte immer etwas folgen, das dem Hund freude bereitet.
(z.B.: Freigeben, Schnuffeln lassen, Buddeln lassen, schwimmen, Leckerlie, gemeinsam raus gehen)

So vermittelst du dem Hund das kommen, nicht bedeutet “der Spaß ist jetzt vorbei”, sondern kommen bedeutet, “komm kurz zu mir, wir machen was tolles und dann kannst du dich wieder frei bewegen.”

Das Ziel dieser Übung ist es, neue Belohnungsformen zu finden um den Hund nicht immer mit Futter belohnen zu müssen.

 

Kein Training kann einen Hund zu 100% zuverlässig machen.

Aber man kann in vielen verschiedenen Umgebungen, mit verschiedenen Arten von Ablenkungen trainieren.

Und jetzt bin ich gespannt.

Wie gut ist dein Hund abrufbar?